Die 10 häufigsten Steuerfehler – und die Lösung
Steuererklärungen sind fehleranfällig. Ein kleiner Fehler kann Hunderte Franken kosten – oder im schlimmsten Fall Nachforderungen und Stress verursachen. Hier die 10 häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden oder korrigieren.
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1. Abzüge vergessen
Das Problem: Berufsauslagen, Pendlerkosten, Spenden, Krankheitskosten – viele kennen nicht alle Abzüge oder denken zu spät daran.
Die Lösung:
- Nutzen Sie eine Checkliste aller möglichen Abzüge
- Sammeln Sie Belege das ganze Jahr über (Ordner, App, E-Mails)
- Vergleichen Sie mit dem Vorjahr – was haben Sie diesmal vielleicht zusätzlich?
Typische Vergessenskandidaten: Pendlerpauschale, Weiterbildungskosten, Homeoffice-Anteil, Spenden an gemeinnützige Organisationen, Handwerkerrechnungen für den Hausunterhalt.
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2. Säule 3a: falscher Betrag
Das Problem: Der maximal abziehbare Betrag hängt von Ihrem Pensionskassenstatus ab. Wer zu viel einträgt, riskiert eine Korrektur; wer zu wenig einträgt, verschenkt Steuerersparnis.
Die Lösung:
- Angestellte mit PK: max. CHF 7'056 (2026)
- Selbstständige ohne PK: max. CHF 35'280 (2026)
- Teilzeit: Reduzierte Beträge – prüfen Sie Ihre Pensionskassenmitteilung
Tragen Sie exakt den Betrag ein, den Sie tatsächlich eingezahlt haben – und nicht mehr. Die Einzahlungsbestätigung Ihrer Bank oder Vorsorgeeinrichtung ist massgeblich.
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3. Verpasste Abgabefristen
Das Problem: Jeder Kanton hat eigene Fristen. Wer zu spät abgibt, riskiert Schätzungen, Nachsteuern oder mindestens Stress.
Die Lösung:
- Notieren Sie die Frist für Ihre Gemeinde (oft März/April, teils später)
- Beantragen Sie bei Bedarf eine Verlängerung – viele Kantone gewähren diese unbürokratisch
- Nutzen Sie die verspätete Abgabe nur als letztes Mittel – sie kann teuer werden
Tipp: Beginnen Sie früh. Die meisten Unterlagen (Lohnausweise, Quittungen) liegen im Februar vor.
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4. Verrechnungssteuer nicht zurückgefordert
Das Problem: Bei Dividenden, Zinsen von Schweizer Quellen und manchen Fondserträgen wird 35% Verrechnungssteuer einbehalten. Viele vergessen, die Rückerstattung zu beantragen.
Die Lösung:
- Fordern Sie bei Ihrer Bank die Verrechnungssteuer-Bescheinigung an
- Reichen Sie das Rückerstattungsformular bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) ein
- Frist: in der Regel innerhalb von 5 Jahren nach dem Steuerjahr
Das betrifft vor allem: Dividenden von Schweizer Aktien, Zinsen auf Schweizer Konten, Fonds mit Schweizer Anteilen.
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5. Eigenmietwert falsch
Das Problem: Wohneigentümer müssen den Eigenmietwert als Einkommen deklarieren. Oft wird ein veralteter Wert eingesetzt – oder der Wert für die falsche Objektart.
Die Lösung:
- Der Eigenmietwert orientiert sich am Marktmietwert (was Sie für eine vergleichbare Miete zahlen würden)
- Die Steuerverwaltung liefert oft einen Vorschlag – prüfen Sie ihn
- Bei Umbauten oder Wertänderungen: Anpassung beim Steueramt melden
Häufiger Fehler: Den Eigenmietwert zu niedrig ansetzen – das kann zu Nachforderungen führen.
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6. Unterhaltskosten nicht aufgeteilt
Das Problem: Bei Wohneigentum sind Unterhaltskosten (Reparaturen, Renovationen) nur zum Teil abzugsfähig. Der abzugsfähige Teil betrifft den Erhaltungsaufwand, nicht die Werterhaltung.
Die Lösung:
- Erhaltung: Ersatz beschädigter Teile, Reparaturen → abzugsfähig
- Verbesserung: Erweiterungen, Upgrades → nicht abzugsfähig
- Aufteilung: Bei gemischtem Charakter (z.B. Badezimmerrenovation) den Erhaltungsanteil schätzen lassen oder dokumentieren
Viele setzen alles als Abzug an – die Steuerverwaltung kann korrigieren und Nachsteuern verlangen.
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7. Doppelte Deklaration (z.B. Doppelbesteuerung)
Das Problem: Grenzgänger, Auslandschweizer oder Personen mit Einkommen aus mehreren Ländern deklarieren dasselbe Einkommen doppelt – oder vergessen die Anrechnung ausländischer Steuern.
Die Lösung:
- Prüfen Sie Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Ihrem anderen Wohnsitz-/Einkommensstaat
- Tragen Sie bereits im Ausland versteuerte Einkünfte korrekt an – mit Anrechnung
- Bei Unsicherheit: Beratung einholen, Doppelbesteuerung kann teuer werden
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8. Nebeneinkünfte nicht angegeben
Das Problem: Freelance-Arbeit, Vermietung, kleine Nebenverdienste – viele glauben, «das fällt nicht auf». Doch Steuerbehörden gleichen Daten ab (z.B. mit Arbeitgebern, Plattformen).
Die Lösung:
- Alle Einkünfte angeben, auch geringe
- Freelance/Einzelunternehmen: Einnahmen minus Ausgaben als «selbstständigerwerbendes Einkommen»
- Vermietung: Mieteinnahmen und abzugsfähige Kosten getrennt ausweisen
Nicht angegebene Einkünfte können als Steuerhinterziehung gewertet werden – mit rechtlichen Folgen.
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9. Ungenauigkeiten beim Zivilstand und Haushalt
Das Problem: Heirat, Scheidung, Kinder, Umzug – Änderungen im Privatleben wirken auf die Steuer. Falscher Zivilstand oder falsche Haushaltsgrösse verzerren Tarif und Abzüge.
Die Lösung:
- Zivilstand zum Stichtag (31.12.) korrekt angeben
- Kinder: Anzahl, Alter, Betreuungskosten – alles aktuell
- Gemeinde-/Kantonwechsel: Für jeden Wohnsitz die richtige Steuererklärung
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10. Keine Kopien und Unterlagen
Das Problem: Ohne eigene Unterlagen können Sie bei Nachfragen nicht reagieren. Wer seine eingereichte Erklärung nicht aufbewahrt, ist bei einer Prüfung im Nachteil.
Die Lösung:
- Kopien von allem, was Sie einreichen
- Belege mindestens 10 Jahre aufbewahren (gesetzliche Aufbewahrungsfrist)
- digitale Ablage: Scannen Sie Quittungen, Lohnausweise, Einzahlungsbestätigungen
Damit sind Sie für Rückfragen gewappnet und können Fehler schnell korrigieren.
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Kurz: Die Top-10 im Überblick
- Abzüge vergessen → Checkliste nutzen
- Säule 3a falsch → Maximalbeträge prüfen
- Frist verpasst → Fristen notieren, Verlängerung beantragen
- Verrechnungssteuer vergessen → Rückerstattung beantragen
- Eigenmietwert falsch → Marktwert prüfen
- Unterhaltskosten nicht aufgeteilt → Erhalt vs. Verbesserung trennen
- Doppelte Deklaration → DBA und Anrechnung prüfen
- Nebeneinkünfte vergessen → Alles angeben
- Zivilstand/Haushalt falsch → Aktuell halten
- Keine Unterlagen → Alles dokumentieren und aufbewahren
Mit diesen Punkten reduzieren Sie das Fehlerrisiko deutlich – und sparen oft bares Geld.