Steuerthema

Säule 3a maximieren: Strategien für maximale Steuerersparnis

Säule 3a optimal nutzen: Maximale Einzahlungen CHF 7'258 (Angestellte) bzw. CHF 36'288 (Selbstständige), Fünf-Konten-Strategie, Zeitpunkt, ETF vs. Sparkonto und Steuersparrechnungen je nach Einkommen.

Das Kernproblem: Säule 3a wird oft untergenutzt

Die Säule 3a ist eine der effektivsten Möglichkeiten, in der Schweiz Steuern zu sparen. Trotzdem nutzen viele Schweizerinnen und Schweizer diese Vorsorge nicht optimal – sei es aus Unkenntnis der Limits, aus Bequemlichkeit oder weil sie die strategischen Möglichkeiten nicht kennen. Wer die Säule 3a maximiert, reduziert seine Steuerlast um mehrere Tausend Franken pro Jahr – bei gleichzeitiger Altersvorsorge.

Die zentralen Herausforderungen:

  • Viele kennen die aktuellen Einzahlungslimits nicht (ständig angepasst)
  • Die Differenz zwischen Angestellten (CHF 7'258) und Selbstständigen (CHF 36'288) wird oft vergessen
  • Kaum jemand nutzt die Fünf-Konten-Strategie für optimale Bezugsstaffelung
  • Der Zeitpunkt der Einzahlung (vor/nach Steuererklärung) wird vernachlässigt
  • Die Wahl zwischen ETF, Sparkonto und Versicherung ist selten durchdacht

Rechtlicher Rahmen: BVG, Steuerrecht und Einzahlungslimits

Die Säule 3a ist in Artikel 82 ff. des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) sowie in den kantonalen Steuergesetzen geregelt.

Einzahlungslimits 2026 (gemäss Bundesamt für Sozialversicherungen BSV):

  • Angestellte mit Pensionskasse: CHF 7'258 pro Jahr
  • Angestellte ohne Pensionskasse: CHF 36'288 oder 20% des Bruttolohns (niedrigerer Wert)
  • Selbstständige ohne Pensionskasse: CHF 36'288 oder 20% des Nettoeinkommens (niedrigerer Wert)
  • Selbstständige mit PK: Differenz zum Angestellten-Maximum, abhängig vom Koordinationsabzug

Die Limits werden jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Wer teilzeitversichert ist (z.B. 50% Anstellung), erhält ein entsprechend reduziertes Limit (z.B. ca. CHF 3'629).

Steuerliche Behandlung:

  • Einzahlungen sind vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig (Bund, Kanton, Gemeinde)
  • Beim Bezug (Pensionierung, Wegzug, Kauf Wohneigentum, Arbeitslosigkeit) fällt eine reduzierte Steuer an
  • Die Besteuerung erfolgt nach dem «Fünftelungsverfahren» beim Bund – effektiv deutlich unter dem Normalsatz

Rechenbeispiele: Steuerersparnis nach Einkommen

Die Steuerersparnis durch die Säule 3a hängt vom Grenzsteuersatz ab – je höher das Einkommen, desto wertvoller der Abzug.

Beispiel 1 – Mittleres Einkommen (CHF 80'000, Kanton Zürich, ledig):

  • Grenzsteuersatz: ca. 28%
  • Maximale Einzahlung: CHF 7'258
  • Steuerersparnis: CHF 7'258 × 28% = CHF 2'032
  • Netto-Kosten der Einzahlung: CHF 5'226

Beispiel 2 – Hohes Einkommen (CHF 150'000, Kanton Zürich, verheiratet):

  • Grenzsteuersatz: ca. 35%
  • Maximale Einzahlung: CHF 7'258
  • Steuerersparnis: CHF 7'258 × 35% = CHF 2'540
  • Netto-Kosten der Einzahlung: CHF 4'718

Beispiel 3 – Selbstständiger (CHF 200'000 Nettogewinn, Kanton Bern):

  • Grenzsteuersatz: ca. 40%
  • Maximale Einzahlung: CHF 36'288
  • Steuerersparnis: CHF 36'288 × 40% = CHF 14'515
  • Netto-Kosten der Einzahlung: CHF 21'773

Beispiel 4 – Laufende Einzahlung über 25 Jahre (CHF 7'258/Jahr, 3% Rendite):

  • Gesamt eingezahlt: CHF 181'450
  • Endvermögen nach 25 Jahren: ca. CHF 260'000
  • Steuerersparnis über 25 Jahre (Ø 32%): ca. CHF 58'000
  • Steuer beim Bezug (gestaffelt über 5 Konten): ca. CHF 18'000
  • Netto-Steuervorteil über Lebenszyklus: ca. CHF 40'000

Schritt-für-Schritt-Strategie: Säule 3a optimal nutzen

Schritt 1: Limit prüfen Ermitteln Sie Ihr persönliches Einzahlungslimit: Angestellte erhalten die Information bei der Pensionskasse, Selbstständige berechnen 20% des Nettoeinkommens (max. CHF 36'288).

Schritt 2: Fünf-Konten-Strategie umsetzen Eröffnen Sie bis zu fünf 3a-Konten bei verschiedenen Anbietern (Banken, Versicherungen). Bei Pensionierung können Sie pro Jahr ein Konto auflösen – die Bezüge werden gestaffelt besteuert, die Progression bleibt niedrig.

Schritt 3: Zeitpunkt optimieren Zahlen Sie möglichst früh im Jahr ein (Januar/Februar), um Zinsen/Renditen länger zu nutzen. Alternativ: Kurz vor Abgabe der Steuererklärung, falls Sie die Liquidität brauchen – der Abzug gilt rückwirkend für das vergangene Jahr.

Schritt 4: Anlageform wählen Für junge Anleger (20+ Jahre bis Pensionierung): ETF-3a oder aktive Fonds. Für ältere oder risikoscheue: Sparkonto oder gemischte Lösung. Die Steuerbehandlung ist identisch.

Schritt 5: Bezugsplanung vorbereiten Ab 55 (Frauen) bzw. 60 (Männer) können Sie 3a-Guthaben beziehen. Planen Sie die Auflösung der fünf Konten über 5 Jahre, um die Steuerlast zu minimieren. Koordinieren Sie mit PK-Kapital und Freizügigkeitsguthaben.

Fünf-Konten-Strategie: Konkrete Bezugsoptimierung

Szenario: 3a-Gesamtvermögen CHF 200'000 bei Pensionierung mit 65.

Ohne Staffelung (1 Konto, alles in Jahr 1):

  • Steuer (Kanton Zürich): ca. CHF 14'000

Mit Fünf-Konten-Strategie (5 × CHF 40'000 über 5 Jahre):

  • Jahr 1: CHF 40'000 → ca. CHF 2'200
  • Jahr 2: CHF 40'000 → ca. CHF 2'200
  • Jahr 3: CHF 40'000 → ca. CHF 2'200
  • Jahr 4: CHF 40'000 → ca. CHF 2'200
  • Jahr 5: CHF 40'000 → ca. CHF 2'200
  • Total: ca. CHF 11'000
  • Ersparnis: ca. CHF 3'000

Bei höherem Vermögen (z.B. CHF 400'000) kann die Ersparnis CHF 8'000–15'000 betragen.

Häufige Fehler bei der Säule 3a

Fehler 1: Limit nicht ausgeschöpft Jeder Franken, den Sie nicht einzahlen, ist eine verpasste Steuerersparnis. Prüfen Sie jährlich, ob Sie das Maximum erreicht haben – besonders bei Gehaltserhöhungen oder Wechsel in die Selbstständigkeit.

Fehler 2: Nur ein 3a-Konto Mit einem einzigen Konto zahlen Sie bei der Pensionierung unnötig hohe Steuern. Eröffnen Sie frühzeitig mehrere Konten und verteilen Sie die Einzahlungen gleichmässig.

Fehler 3: Bezug ohne Planung Wer alle 3a-Konten in einem Jahr auflöst, landet in der höchsten Progressionsstufe. Koordinieren Sie den Bezug mit PK-Kapital und planen Sie mindestens 3–5 Jahre für die Auflösung.

Fehler 4: ETF-3a zu spät gewechselt Wenn Sie mit 55 noch 100% in Cash haben und 10 Jahre bis zur Pensionierung, verpassen Sie Renditechancen. Die Anlagestrategie sollte dem Resthorizont entsprechen.

Fehler 5: Einzahlung verpasst – kein Nachholen Die Säule 3a kennt keine Nachholeinzahlungen. Ein vergessenes Jahr ist unwiederbringlich. Richten Sie einen Dauerauftrag oder eine Erinnerung ein.

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Häufig gestellte Fragen

Angestellte mit Pensionskasse: CHF 7'258 pro Jahr. Selbstständige ohne PK: CHF 36'288 pro Jahr (20% des Bruttolohns, maximal CHF 36'288). Bei Teilzeit-PK wird der Maximalbetrag entsprechend reduziert.

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